Mondphasen-Methode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie [Stand 12. Aug. 2004]

Unter Mondphasen-Methode (auch Lunazeption/Lunaception) ist eine Methode zur Empfängnisverhütung und Familienplanung, die von Louise Lacey entwickelt wurde. Demnach soll durch eine das Mondlicht simulierende nächtliche Beleuchtung eine Steuerung und Stabilisierung des weiblichen Zyklus möglich sein, so dass sich die fruchtbaren Tage eng eingrenzen lassen. Ihre Sicherheit wird von Befürwortern der sog. Natürlichen Empfängnisverhütung deutlich höher eingeschätzt als von der Mehrheit der Gynäkologen.

Die Lunazeption nach Lacey sollte nicht verwechselt werden mit der ebenfalls als "Mondphasen-Methode" bezeichneten Theorie der Astological Birth Conroll, die auf die Ärzte Dr. Eugen Jonas und Dr. Kurt Kurt Rechnitz zurückgeht. Nach dieser Theorie soll jede Frau einen individuellen, mit ihrer Geburt einsetzenden Mondzyklus haben. Die fruchtbaren Tage sollen demzufolge in einer konstanten Relation zur Mondphase liegen, welche durch die Relation des Geburtszeitpunktes zur Vollmond bestimmt sei. Auch diese Methode ist umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Lunazeption nach Lacey

Diverse Zeugnisse alter Kulturen berichteten von einer Synchronizität der weiblichen Zyklen. Demnach waren alle Frauen gleichzeitig und bei Vollmond empfängnisbereit. Aufgrund dessen entwickelte Louise Lacey die Hypothese, der weibliche Zyklus bzw. der Eisprung könnte in Zusammenhang mit den nächtlichen Lichtverhältnissen stehen. Dies widerspricht den Thesen von Dr. Jonas, dass jede Frau einen individuellen Mondphasen-Zyklus besitzt, der mit der Geburt der Frau beginnt.

Im Selbstversuch testete Frau Lacey, ihren bislang unregelmäßigen Zyklus durch die eine das Mondlicht simulierende Beleutchtung während des Schlafes zu einem regelmäßigen zu wandeln. Während sie der 14., 15. und 16. Nacht beim Schein einer 25-Watt-Lampe schlief, ruhte sie in allen anderen Nächten bei völlier Dunkelheit. Nach einigen Monaten pendelte sich ihr Zyklus auf 29-Tage ein.

Ein solcher, als stabil 29 Tage während angenommener Zyklus erlaubt eine engere Eingrenzung der fruchtbaren Tage, während derer Enthaltsamkeit gefordert ist. Insofer handelt es sich bei der Lunazeption genau genommen um eine Verbesserung der sog. Kalendermethode.

Auch die Verfechter einer Natürlichen Empfängnisverhütung empfehlen die Lunazeption nicht als einzige Methode, sondern allenfalls im Paket mit anderen Methoden wie Schleimbeobachtung, Basaltemperaturmessung, Knaus-Ogino usw.

Die von den Befürwortern behaupteten hohen Werte im Pearl-Index werden von den meisten Gynäkologen bestritten oder zumindest dahin gehend relativiert, dass eine hohe Sicherheit nur bei äußerst regelmäßiger Lebensführung und hoher Disziplin zu erreichen sei. Beides entspräche aber nicht der Lebenswirklichkeit vor allem junger Frauen und Mädchen.

Die Mondphasen-Methode nach Jonas und Rechnitz

In den 50er Jahren wurde die Mondphasen-Methode von den Ärzten Dr. Eugen Jonas (damalige Tschechoslowakei) und Dr. Kurt Rechnitz (Ungarn) entdeckt. Sie führten Reihenuntersuchungen und statistische Erhebungen an ca. 30.000 Frauen durch. Diese Untersuchungen wurden unter Leitung des tschechischen Astra-Instituts in Nitra durchgeführt. Ziel der Untersuchungen war es, die These zu überprüfen, dass es ausser dem bekannten Periodenzyklus einen weiteren Zyklus gibt, der mit den Mondphasen in Zusammenhang steht. Diese Zusammenhänge bzw. Hinweise hatte Dr. Jonas nach eigener Schilderung aus Schriften mesopotamischer Kulturen entnommen. Entscheidend war hiernach die Mondphase zum Geburtszeitpunkt der Frau. Die Thesen wurden angeblich durch diese Untersuchungen verifiziert und konnten angeblich ebenfalls durch das Max-Planck-Institut in Heidelberg bestätigt werden.

Weblinks

Literatur

  • Shalila Sharamon, Bodo J. Baginski: Kosmobiologische Empfängnisplanung
    Windpferd Verlag, Durach 1998.
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