Implanon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie [Stand 12. Aug. 2004]

Implanon ist der Handelsname eines hormonellen Verhütungsmittels, welches seit dem 15. Juni 2000 in Deutschland zugelassen und erhältlich ist.

Es handelt sich dabei um ein dünnes, biegsames Stäbchen aus Kunststoff, welches Etonorgestrel, ein Geschlechtshormon aus der Gruppe der Gestagene enthält. Es wird unter der Haut des Oberarms angebracht. Dort gibt es das Hormon allmählich ab und erzielt den gleichen Effekt wie die Antibabypille. Die Frau ist dann für die nächsten 3 Jahre zuverlässig vor Schwangerschaften geschützt.

Das Einschieben des Stäbchens unter die Haut an der Innenseite des Oberarms erfolgt durch den Arzt unter örtlicher Betäubung. Zur Beendigung der Empfängnisverhütung wird es vom Arzt wieder entfernt.

Der Pearl-Index liegt nach Herstellerangaben bei 0,0; es handelt sich dabei also um das bei weitem sicherste aller hormonellen Verhütungsmittel. Dies liegt vermutlich daran, dass keine Einnahmefehler wie etwa bei der Pille vorkommen können. Das verwendete Hormon Etonorgestrel und dessen Abgabemenge entsprechen der Minipille.

Das Prinzip der Abgabe eines Hormons über Kunststoffstäbchen in der Haut ist schon lange bekannt. Seit Beginn der 1990er Jahre ist in vielen Ländern der Welt, unter anderem den USA, ein Produkt namens Norplant erhältlich. Es enthält ein anderes Hormon (Levonorgestrel), besteht aus sechs Silikonstäbchen und wirkt fünf Jahre lang empfängnisverhütend.

Die Nebenwirkungen dieser Hormonimplantate entsprechen denen, die bei Einnahme einer Pille mit gleichem Wirkstoff auftreten. Bei manchen Frauen besteht zusätzlich noch die Wirkung, dass die Periode weniger häufig, d.h. 2-3 jährlich, auftritt.

Kritiker dieser Verhütungsmethode bemängeln, dass sie in einigen Ländern (etwa Indonesien) zu bevölkerungspolitischen Zwecken propagiert wird; sie befürchten, dass auf bestimmte soziale Gruppen Druck ausgeübt wird, das Implantat zu tragen.


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