Coitus interruptus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie [Stand 12. Aug. 2004]

Beim Coitus interruptus (von lateinisch: coitus = Geschlechtsverkehr und interruptus = abgebrochen) zieht der Mann beim Geschlechtsverkehr den Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide der Frau. Diese Praxis, volkstümlich auch Aufpassen oder Rückzieher genannt, wird zur Empfängnisverhütung verwendet, ist jedoch praktisch wertlos, da bereits vor dem eigentlichen Samenerguss Spermien austreten können und es zu einer Befruchtung kommen kann. Bis weit ins 20. Jahrhundert war es jedoch praktisch die einzige wirklich breit angewendete Methode der Verhütung, auch deswegen wohl so populär, da kostenlos und ohne Vorbereitung möglich.

Der Coitus interruptus ist eine sehr unsichere Verhütungsmethode; sein Pearl-Index liegt bei 10 - 30.

Die katholische Kirche verurteilt den Coitus interruptus mit dem Hinweis auf den biblischen Onan, der entgegen der weitverbreiteten Meinung vom Gott Jahwe nicht etwa der Onanie, sprich Masturbation, sondern gerade des Coitus interruptus überführt wurde und dafür auch schwer bestraft werden musste, zumindest in der biblischen Zeit, als das Volk Israel an möglichst zahlreichen Nachkommen interessiert war.

Die Annahme Freuds, der häufige Coitus interruptus führe möglicherweise zu Angstneurosen, ist unter Psychologen stark umstritten.

Siehe auch: Koitus

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